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Mannschaftsbericht: Bezirksliga-Duell am 07.12.2025

ESG 1851 IV vs. SK Tornado Wuppertal

Datum: 07. Dezember 2025 Endergebnis: 4.0 : 4.0

07. Dezember 2025 11:00
ESG 1851 IV13264.0 : 4.0SK Tornado Wuppertal1494
1Heynck,Lukas1698+/-Hemmerich,Luca1891
2Abel,Benedikt1444+/-Wendt,Fabian1846
3Albrecht,Linus Frederic12750 – 1Wegner,Dieter1619
4Tiegs,Frank-Peter14420 – 1Kortwig,Jan1703
5Beck,Moritz1136-/+Karatchov,Ignat1477
6Niebergall,Renè13361 – 0Baumgarten,Lydia1394
7Fricke,Jupp11030 – 1Scheunemann,Sven1160
8Baziou,Rayane11711 – 0Müller,Felix863

Am heutigen Sonntag trafen die Vierte Mannschaft der ESG 1851 und der SK Tornado Wuppertal in einem spannungsgeladenen Duell aufeinander, das mit einem leistungsgerechten 4:4 endete. Der Kampf war von zügigen Entscheidungen, einem überraschenden Kampfgeist und einer Mammutpartie geprägt.

Frühzeitige Entscheidungen

Die Partie begann zügig, wobei die ESG 1851 IV von krankheitsbedingten Ausfällen auf Seiten des Gegners profitierte.

Leider konnte die ESG diesen Vorteil nicht ganz ausspielen, da der Spieler an Brett 5 ebenfalls überraschend fehlte und der Punkt nach der 30-minütigen Karenzfrist an den SK Tornado ging.

Weiterhin folgten an einigen Brettern schnelle und klare Entscheidungen. Rayane Baziou (ESG) siegte an Brett 8 recht zügig. Ebenfalls schnell beendet wurde die Partie an Brett 3, wo Dieter Wegner gewann.

Das zähe Ringen um das Unentschieden

Nach rund drei Stunden Spielzeit liefen nur noch die Partien an Brett 4 und 6. Zu diesem Zeitpunkt war der Ausgang des gesamten Kampfes völlig offen.

  • An Brett 4 konnte Jan Kortwig (SK Tornado) gegen Frank-Peter Tiegs (ESG) den entscheidenden Punkt sichern, wodurch der SK Tornado Wuppertal das Mannschaftsunentschieden (4:4) vorzeitig sicherte.
  • Alle Augen richteten sich nun auf Brett 6, wo Renè Niebergall (ESG) gegen Lydia Baumgarten (SK Tornado) die längste und dramatischste Partie des Tages bestritt.

Die Partie-Analyse: Ein Marathon mit Happy End

Die von uns analysierte Partie an Brett 6 zeigte den vielleicht größten Kampfgeist des Tages.

1. Eröffnung: Ruhiges Giuoco Pianissimo (Züge 1–12)

1. e4 e5 2. Bc4 Nf6 3. d3 Bc5 4. Nf3 d6 5. Nc3 h6 6. h3 O-O 7. O-O Be6Die Partie folgt dem Giuoco Pianissimo, einem positionellen Aufbau der Italienischen Partie. Weiß und Schwarz entwickeln sich solide und komplettieren die Rochade.
8. a3 Bxc4 9. dxc4 Nc6Weiß spielt 8. a3, um den Läufer abzufragen. Schwarz tauscht auf c4 und akzeptiert die Doppelbauern für Weiß, während er den Springer auf c6 gut platziert.
10. b4 Bd4 11. Nxd4 Nxd4 12. Be3 c5Schwarz nutzt das Feld d4 als starken Stützpunkt und tauscht dort ab. Mit 12… c5 beginnt Schwarz sofort, die weißen Zentrumsbauern zu unterminieren und die Stellung zu öffnen.

Mittelspiel: Angriff, Abtausch und Materialverlust (Züge 13–28)

13. f4 Qe8 14. fxe5 Qxe5 15. Bf4 Qe6 16. Nd5 Ne8 17. Re1 Qd7 18. e5 b6 19. exd6 Nxd6 20. Re7 Qd8Weiß initiiert einen kraftvollen Königsangriff und bietet einen Bauern zum Tausch an (18. e5) für die Öffnung von Linien und die Aktivierung der Figuren. Der Turm auf 20. Re7 ist eine massive Drohung.
21. Qg4 Kh8 22. Rd7 Qe8 23. Bxd6Mit 23. Bxd6 gewinnt Weiß eine Figur und hat beste Aussichten die Bauernstruktur von Schwarz zu zerstörren. Schwarz verliert den Springer ersatzlos! Weiß hat nun eine Figur mehr.
23… Rg8 24. Re7 f5Schwarz versucht, sich mit dem Zug 24… f5 zu befreien und die Diagonale zu blockieren, aber die Stellung ist aufgrund des Materialverlustes sehr schwierig.
25. Rxe8 fxg4 26. Rxg8+ Kxg8Die folgende Abwicklung ist ein gleichwertiger Abtausch: Die Damen werden gegen die Türme getauscht, und der Materialvorteil (Figur mehr) bleibt bei Weiß.
27. Ne7+ Kf7 28. Rf1+ Ke6Nach dieser Sequenz steht Weiß mit Springer und Bauer gegen einen nackten Turm deutlich besser.

Endspiel: Technische Verwertung des Vorteils (Züge 29–59)

29. bxc5 g3 30. Re1+ Kd7 31. Bxg3 Ne6 32. Nf5 bxc5 33. Rd1+ Ke8 34. Rd6 Kf7 … 48. Nd5 Rb2Schwarz kämpft zäh, aber Weiß führt den materiellen Vorteil stetig in einen technischen Sieg über. Weiß schafft es, die schwarzen Bauernstruktur weiter zu zerstören.
49. Bxd4 cxd4 50. Re4 Rxc2 51. Rxd4 Kf7 52. Nb6 Ke6 53. Rh4 Kd6 54. Rxh6+ Kc5 55. Rg6 Ra2Durch konsequentes Abtauschen weiterer Bauern und den Vorstoß der Figuren hält Weiß den Druck aufrecht.
56. Na4+ Kxc4 57. Rg3 Rc2 58. Rc3+ Rxc3 59. Nxc3 Kxc3Endspiel-Vereinfachung: Weiß wickelt in ein reines König-und-Bauer-Endspiel ab und opfert selbstsicher den Springer. Weiß hat nun klare Vorteile auf einen Sieg.

Schlussphase: Pattgefahr, Ungenauigkeiten und der erzwungene Sieg (Züge 60–70)

60. g4 Kd4 61. Kh3 Ke5 62. Kh4 Kf6Weiß wickelt das Endspiel in die technisch gewonnene Stellung des durchmarschierenden g-Bauern ab.
Ab 63. g5+ Kg6:Kritische Wende! Durch die Ungenauigkeiten von Weiß ab diesem Punkt hatte Schwarz tatsächlich die Chance, sich theoretisches in ein Remis zu retten. Nur das Theorie Wissen war an diesem Tag nicht in diesem Raum vorhandn.
64. Kg4 Kg7 65. Kf5 Kh7 66. a4 Kg7Schwarz muss seinen König perfekt manövrieren, um Weiß am entscheidenden Vordringen zu hindern.
67. g6 Kh8Schwarz verspielt die letzte Chance auf Remis! Dies war der entscheidende Fehler. Statt 67… Kh8 hätte Schwarz durch das Manöver des Königs auf das Feld g8 das Remis weiter halten können.
68. Kf6 Kg8 69. g7 Kh7 70. Kf7Nach dem Fehler von Schwarz wird Weiß‘ König auf das optimale Feld geführt. Der g-Bauer marschiert unwiderstehlich zur Umwandlung. Schwarz ist nun machtlos.
Ergebnis: 70. Kf7Weiß navigierte erfolgreich durch die heiklen Endspiel-Fallen, die er selbst durch seine Ungenauigkeiten geschaffen hatte, und erzwingt den Sieg. Endstand: 1-0 für Weiß.

🎉 Fazit

Das Remis ist ein hart erkämpfter Erfolg für beide Teams. Der SK Tornado Wuppertal bewies trotz großer Aufstellungssorgen eine starke kämpferische Moral, während die ESG 1851 IV nach einem starken Start dank einer heroischen Spiel an Brett 6 das Unentschieden sichern konnte. Ein packender Schachtag!

Nikolaus-Turnier: Ein voller Erfolg!

Das diesjährige Nikolaus-Turnier war ein wunderschönes Ereignis und ein voller Erfolg für unseren Verein!

Besonders erfreulich war es zu sehen, wie viel Spaß und Freude die teilnehmenden Kinder am Schachspiel hatten. Der Eifer und die Begeisterung an den Brettern waren ansteckend.

Am Ende gingen alle Teilnehmer hochzufrieden mit einer großen Ausbeute an Schokoladen-Nikoläusen nach Hause.


Besonderer Hinweis

Zur positiven Überraschung einiger unserer Stammgäste möchten wir auch hervorheben, dass sich unsere Altmitglieder des Vereins sichtlich anständig und vorbildlich benommen haben. Ein großes Dankeschön für die entspannte Atmosphäre!

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Einladung zum Großen Nikolausturnier!

Einladung zum Großen Nikolausturnier!

Samstag, 6. Dezember – Schach-Spaß für alle Kinder

Der Schachverein Tornado Wuppertal lädt alle jungen Schachfans herzlich zum diesjährigen Nikolausturnier ein!

Dies ist die perfekte Gelegenheit für alle Kinder und Jugendlichen, in lockerer Atmosphäre ihr Können am Brett zu zeigen – ganz egal, ob ihr schon Profis seid oder erst seit Kurzem spielt!

Event-DetailsInformationen
Datum:Samstag, 6. Dezember
Zielgruppe:Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre)
Uhrzeiten:Einlass ab 15:00 Uhr
Preise:Für die Sieger gibt es leckere Schoko-Nikoläuse!
Ort:Vereinsheim Tornado, Hesselnberg 18, 42285 Wuppertal

Hinweise:

  • Keine Anmeldung nötig! Ihr könnt einfach pünktlich vorbeikommen.
  • Kein Eintritt! Die Teilnahme am Turnier ist für alle Kinder komplett kostenlos.
  • WICHTIG: Die Teilnahme ist auf die Kapazität der Räumlichkeiten beschränkt. Wir bitten um Verständnis, dass die Plätze nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben werden.

Wir freuen uns auf viele lachende Gesichter, spannende Partien und einen festlichen Nachmittag! Bringt einfach gute Laune mit!

2. Bezirksliga 2025/2026: Runde 2: Vohwinkler SC II gegen SK Tornado Wuppertal

28. September 2025 11:00

Endergebnis: Vohwinkeler SC II (1313) 3.0 : 5.0 SK Tornado Wuppertal (1437)

Vohwinkeler SC II DWZ Ergebnis DWZ SK Tornado Wuppertal
1 Nareike, Wolfgang 1682 -/+ 1619 Wegner, Dieter
2 Kirsch, Reinhard 1510 0.5 – 0.5 1703 Kortwig, Jan
3 Hausmann, Heiko 1503 0 – 1 1669 Jürhs, Jens
4 Richter, Wolfgang 1360 0.5 – 0.5 1394 Baumgarten, Lydia
5 Dietze, Andreas 1339 0.5 – 0.5 1295 Güzelcik, Milas
6 Denner, Dirk 1083 0.5 – 0.5 1217 Frericks, Richard
7 Lemm, Christian 1107 0 – 1 1160 Scheunemann, Sven
8 Mölders, Silke 919 1 – 0 Baumgarten, Eugen

Spielbericht Brett 4: Das Integrationsparadox im Zentrum

Die Partie begann mit dem beliebten, dynamischen Schottischen Gambit (1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. d4 exd4 4. Nxd4). In dieser Eröffnung tauscht Weiß den d-Bauern, um schnelle Entwicklung und eine offene Stellung zu erreichen. Nach dem Tausch 5. Nxc6 bxc6 hatte Schwarz, Lydia Baumgarten, zwar eine doppelte Bauernstellung auf der c-Linie, profitierte aber von einer kompakten Bauernstruktur und der neu geöffneten b-Linie, was die Stellung ausglich.

Taktisches Mittelspiel und der entscheidende Fehlgriff

Das Mittelspiel entwickelte sich zu einem scharfen Duell mit beidseitigen Ambitionen. Nachdem die Figuren mit 6. Bd3 Ne7 7. O-O O-O 8. Bf4 Ng6 9. Bg3 d5 10. Nd2 Bd4 11. Rb1 Rb8 12. b3 Be5 13. Qf3 Bc3 14. Rfd1 Ne5 15. Bxe5 Bxe5 16. Qh5 Qd6 17. exd5 g6 in Stellung gebracht waren, begann Schwarz den eigentlichen Angriff mit einem kühnen Läuferopfer, das die Königsstellung von Weiß zerriss: 18. Qf3 Bxh2! (Läuferopfer). Nach 19. Kh1 cxd5 20. g3 Bb7 21. Kxh2 Qe5 22. Re1 Qg5 23. Qf4 h6 24. Nf3 Qh5+ war die Lage für Weiß optisch (psychologisch) sehr kritisch – der offene König und die zentralisierte schwarze Dame und der mächtige Läufer auf b7, der die lange Diagonale beherrschte, wirkten bedrohlich. Objektiv betrachtet befand sich Weiß jedoch in einem klaren Vorteil (ungefähr +4.5), da die materielle Überlegenheit des Turms gegen die Bauern auf Dauer überwiegen würde und Schwarz‘ Angriff die nötige Substanz fehlte..

25. Qh4… An diesem Punkt unterlief Wolfgang Richter ein dramatischer und spielentscheidender Fehlgriff. Er griff blitzschnell zur Dame, in der voreiligen Annahme, einen vorteilhaften Damentausch zu erzwingen. Doch als die Dame noch in der Luft war, erkannte er den Fehler schlagartig. Er gestikulierte mit der Figur, als wollte er das Berühren der Dame ungeschehen machen, da er nun wusste, dass er den unvermeidlichen Verlust des Springers auf f3 zulassen musste. Der Zug musste dennoch ausgeführt werden.

Die offizielle Zugfolge lautete: 25… Qxf3 (Schwarz gewinnt den Springer) Das Ergebnis des Fehlgriffs war der Verlust einer Figur. Obwohl Schwarz nun noch stärker im Vorteil schien, war die Stellung objektiv laut nachträglicher Analyse wieder auszugleichen. Die Wahrnehmung der Spieler und Zuschauer blieb jedoch weiterhin von dem Gefühl eines starken schwarzen Vorteils geprägt. Die folgenden Züge 26. Qf4 Qh5+ 27. Qh4 Qg5 28. Qf4 d4 dienten nur der Vorbereitung des Damentauschs, die einzige einfache Methode für Weiß, um das Risiko zu minimieren

Endspiel und überraschendes Remis

Weiß zwang den Damentausch mit 29. Qxg5 hxg5.
Das resultierende Endspiel war objektiv ausgeglichen. Allerdings besaß Schwarz (Lydia Baumgarten) mit dem aktiven d4-Bauern und dem mächtigen scheinenden Läufer auf b7 eine sehr präsente Stellung. Nachdem die Türme mit 30. Be4 c6 31. g4 Kg7 in Stellung gebracht waren, neutralisierte schwarz mit 32. Bf3 den Zauber des Läufers auf b7. 32. … Rh8+ 33. Kg3 Rbe8 34. b4 f5 öffnet zum finale Durchbruch auf die weiße Königsstellung.

Nach 35. a4 bot Wolfgang Richter Remis an, wobei er seine geringe Erwartungshaltung direkt in der Frage ausdrückte. Zur größten Überraschung der Umstehenden, die Schwarz als sichere Siegerin sahen, nahm Lydia Baumgarten das Remis an.

Die nachträgliche Analyse gab Schwarz Recht: Obwohl die Stellung subjektiv leicht als gewonnen eingeschätzt werden konnte, war sie objektiv absolut ausgeglichen. Angesichts der hohen Anspannung war die Annahme des Remis eine pragmatische und vollkommen vertretbare Entscheidung.

Die Partie endete somit friedlich mit einem halben Punkt für beide. Der SK Tornado Wuppertal gewann die Begegnung in der 2. Bezirksliga jedoch mit einem 5:3-Gesamtsieg, welches exakt das Ergebnis des ersten Saisonspiels widerspiegelte.